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Eine eigene Immobilie im Ausland: Rechtliche Stolperfallen umgehen

Haben Sie sich erst einmal entschlossen, ins Ausland auszuwandern, möchten Sie sich dort natürlich auch dauerhaft niederlassen. Doch wie findet man in einem zunächst fremden Land eigentlich am besten seine Traumimmobilie? Und wie geht man beim Kauf richtig vor?

Vielleicht haben Sie schon eine Vorstellung von der Gegend, in der Sie zukünftig leben möchten. In die Entscheidung, wo sich Ihr Zuhause befinden soll, beziehen Sie verschiedenste Kriterien ein, beispielsweise die Lage, die Infrastruktur, das Freizeitangebot, aber natürlich auch das Arbeitsplatzangebot kann eine große Rolle spielen. Abgesehen vom idealen Standort gibt es weitere Themen, mit denen Sie sich beim Immobilienkauf im Ausland auseinandersetzen sollten.

 

Die Formalitäten: Besonderheiten im Ausland

Möchten Sie im Ausland eine Immobilie erwerben, sollten Sie sich im Vorfeld über die jeweiligen Land damit einhergehenden Formalitäten informieren. Diese können den Kauf sonst nämlich deutlich verzögern. Beispiele hierfür sind:

  • Steuernummer für Ausländer: Für den Erwerb einer Finca auf Mallorca benötigen Sie beispielsweise die "Número de Identificación de Extranjero" (N.I.E.), die Sie über das zuständige Konsulat in Deutschland oder vor Ort in Spanien beantragen können. In Italien benötigt man eine italienische Steuernummer.
  • Ausländisches Bankkonto: In vielen Ländern ist es sinnvoll, ein Bankkonto im zukünftigen Heimatland zu führen. Dies kann den Immobilienkauf erleichtern oder dafür sogar zwingend notwendig sein.
  • Barzahlungsgrenzen: In einigen Ländern sind Barzahlungen nur bis zu einer bestimmten Höhe erlaubt. In Italien beispielsweise sind Bargeschäfte über 1.000 Euro untersagt.

 

Unterstützung durch einen Anwalt: Prüfung der Verträge

Wer die Besonderheiten und Gepflogenheiten des Landes noch nicht so gut kennt, tut gut daran, sich anwaltliche Unterstützung zu suchen. Der Kaufvertrag für eine Immobilie im Ausland sollte genau geprüft werden, denn hier drohen zahlreiche Stolperfallen. Der Anwalt wird beispielsweise prüfen:

  • Hat der Verkäufer tatsächlich das Recht, die Immobilie zu verkaufen und ist er auch wirklich der Eigentümer?
  • Ist das Haus finanziell belastet (zum Beispiel mit einer Hypothek)?
  • Liegen Steuerschulden vor?
  • Sind bestehende Mietverträge zu übernehmen?
  • Besteht ein ordnungsgemäßer Eintrag der Immobilie im Grundbuch?
  • In welcher Höhe fällt Grundsteuer an?

 

Tipp: Um eine Prüfung der Verträge vornehmen zu können, macht es Sinn, diese ins Deutsche übersetzen zu lassen.

 

Eine gute Beratung sollte auch in steuerlicher Hinsicht erfolgen. Dies ist besonders dann von Bedeutung, wenn die Immobilie ganz oder teilweise auch vermietet werden soll (zum Beispiel wenn die Finca nicht das ganze Jahr über selbst genutzt wird). Oder wenn die Immobilie – so wie in Spanien noch vor wenigen Jahren üblich –über eine eigens hierfür gegründete Firma gekauft wurde. In der Folge können sonst enorme Steuernachforderungen entstehen.

 

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Bild 2: ©istock.com/Jeanne Emmel