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Lebewohl Deutschland – Hallo Welt

Wer hat nicht schon mal davon geträumt, den Alltag hinter sich zu lassen? Einfach Deutschland Lebewohl zu sagen und irgendwo ein neues Leben zu beginnen. Fernab jeder Bürokratie und des Gefühls, dass das Leben mehr kostet als der Job heute einbringt. Mehr Freizeit haben und sie auch genießen können. Die Gründe für eine Auswanderung sind so vielfältig wie die Typen, die diesen Schritt wagen. Da ist einerseits der Wunsch nach mehr Lebensqualität und einem höheren Verdienst, verbunden mit einer Karriere im Ausland. Andererseits gibt es natürlich auch Abenteurer und Romantiker. Wer mit verklärten oder falschen Vorstellungen auswandert, kommt schnell in der Realität an.

Auswandern kostet Geld

Oft sind Traum-Auswanderungsländer nur von Urlaubsreisen bekannt, also unter idealen Bedingungen. Man bringt genügend Reise-Budget mit und muss sich nicht darum kümmern, im Traumland Geld zu verdienen. Was oft verdrängt wird ist, dass für eine Auswanderung erhebliche finanzielle Mittel notwendig sind. Nicht jeder, der diesen Schritt vollzieht, hat ein dickes Bankkonto oder hatte Glück im Spiel. Wer nicht von seiner Firma ins Ausland entsendet und entlohnt wird, denkt vielleicht im ersten Moment nicht daran, sich um einen Job zu kümmern. Oft hält sich hartnäckig im Hinterkopf der Spruch „Wer nichts wird, wird Wirt“. Gibt es doch den ein oder anderen Auswanderer, der bei traumhaften Sonnenuntergängen einen Cocktail an der Bar genossen hat und sich jetzt zum Gastronomen berufen fühlt. Bistros oder Restaurants mit deutscher Küche gehen doch im Ausland immer, oder? Und die Hygienevorschriften und Ansprüche können in Brasilien, Costa Rica, Südafrika, Kanada oder den USA auch nicht so streng sein wie in Deutschland. Um es blumig zu sagen: das Gras ist nicht grüner auf der anderen Seite!

Auswandern mit Köpfchen

Eine Auswanderung will geplant und vorbereitet sein. Das beginnt damit, sich mit dem Traumziel auseinanderzusetzen. Wie hoch sind die Lebenshaltungskosten? Wie ist die Wohnsituation? Wie ist die Gesetzgebung? Wie sind die Rahmenbedingungen für das Vorhaben? Welches Startkapital steht zur Verfügung? Es ist sicher ein Unterschied, ob ein Single ohne Verpflichtungen auswandert oder eine Familie abgesichert auswandern möchte. Grundsätzlich gilt, wer ohne festen Job oder konkretes Vorhaben auswandern will, sollte mindestens ein halbes Jahr vom Ersparten leben können.

Auswandern auf Probe

Das Risiko, alle Brücken hinter sich abzubrechen und endgültig auszuwandern, scheint doch zu hoch zu sein? Dann gibt es eine Alternative. Wie wär‘s mit Auswandern auf Probe? Klingt abenteuerlich und sicherer als die spontane endgültige Auswanderung? Sie hat auch einige Vorteile. So wird vor allem das Risiko begrenzt. Oft bedeutet eine Auswanderung auch, eine neue Sprache zu lernen. Ein berufliches und privates Netzwerk ist überall vorteilhaft, in manchen Ländern sogar überlebensnotwendig. Andere Länder, andere Sitten und vor allem Mentalitäten. Letztendlich geht probieren über studieren. Eine Probe-Auswanderung wird zeigen, welche Hürden es gibt und ob das ersehnte Ziel ein Traumland oder Alptraum wird. Und so kann dann doch leichter die Entscheidung getroffen werden, Lebewohl Deutschland zu sagen. Wird im vermeintlichen Traumland dann auch nur mit Wasser gekocht, ist es vielleicht besser, sich vom Auswanderer-Traum zu verabschieden und lieber seinen Traumurlaub dort zu verbringen. Viel Erfolg bei der Entscheidung!