Das Gesundheitswesen in Neuseeland

Das Gesundheitswesen in Neuseeland - Zugang für Einwanderer?

Das neuseeländische öffentliche Gesundheitswesen ist staatlich organisiert und wird aus Steuergeldern finanziert. Die Inanspruchnahme von Leistungen ist kostenlos. Dafür kann es lange Wartezeiten geben, bis man einen Termin erhält. Daneben existiert die private Krankenversicherung mit besseren, aber kostenpflichtigen Leistungen. Southern Cross ist die grösste private Krankenversicherung und hat ein Drittel der gesamten Bevölkerung Neuseelands unter Vertrag. Die Beiträg sind relativ günstig. Ein Ehepaar mittleren Alters zahlt z.B. je nach Plan und Selbstbeteiligung zwischen 150-200 NZ$ (75-100 Euro) im Monat an Krankenversicherungsbeitrag.

Infos zu Southern Cross unter: www.southerncross.co.nz

Ärzte und Krankenhäuser dürfen in Neuseeland Werbung betreiben, Werbespots in Radio und Fernsehen oder Anzeigen in der Zeitung sind weitverbreitet, besonders für Notfall-Kliniken, die rund um die Uhr geöffnet sind.

Im Krankheitsfall geht man zunächst zum privaten Hausarzt, dem GP - Generell Practitioner. Die Kosten dafür übernimmt zwar die private Versicherung, aber nicht das staatliche Gesundheitswesen. Es sei denn, es handelt sich um einen Unfall, denn dann gilt automatisch das sog. ACC-System (Accident Compensation Corporation). Im öffentlichen Gesundheitswesen geht man ganz pragmatisch davon aus, dass ein Kranker auch wirklich krank ist und dann natürlich ins öffentliche Krankenhaus geht, wo genügend Ärzte verfügbar sind. Geht man zum GP, gilt man als Privatpatient und wird auch als solcher behandelt! Es gibt in den Arztpraxen hier so gut wie keine Wartezeiten, denn entweder hat man einen Termin und kommt dann auch pünktlich an die Reihe oder man ist ein Notfall und wird vorgezogen. Die Kosten sind erschwinglich, ein Besuch beim GP kostet je nach Wohnort zwischen 50 und 100 NZ$ und wird üblicherweise sofort bezahlt. Diese Kosten werden wie schon gesagt von den privaten Versicherungen problemlos erstattet.

Bei speziellen Erkrankungen schickt der Hausarzt einen zum privaten Facharzt, dem Spezialisten (der übrigens auf jeden Fall einen Doktortitel hat, aber als Mr, "Mister", angesprochen wird, das ist eine Stufe über dem Dr.). Natürlich kann man dort auch direkt hingehen, aber eine der Merkwürdigkeiten des Systems hier ist, dass die Empfehlung durch den GP üblich ist und dass man dann meist sofort einen Termin bekommt. Der GP schreibt einen sog. letter of recommendation und damit wird man zum Spezialisten überwiesen. Die Facharztbehandlung kann sehr teuer sein, zwischen 150 und 300 NZ$ pro Besuch. Auch diese Rechnungen werden sofort nach der Behandlung an Ort und Stelle bezahlt, aber private Versicherungen ersetzen das bis zu einem bestimmten Limit.

Wird eine Operation benötigt, kann man sich als privat Versicherter oder selbst Bezahlender ein privates Krankenhaus aussuchen. Die Nacht in einem normalen Zimmer, also keine Intensivstation, kostet dort um die 500 NZ$. Einzelzimmer mit Bad, WC, TV und Telefon sind die Norm. Die Patienten bleiben nur geringe Zeit in stationärer Behandlung.

Wer in Neuseeland leben möchten, sollten für sich und seine Familie unbedingt eine private Krankenversicherung abschließen. Wer dies nicht tut, hat trotzdem mit seiner Aufenthaltsgenehmigung in Neuseeland automatisch Anspruch auf kostenlose und erstklassige medizinische Behandlung im öffentlichen Gesundheitswesen.

Zahnärzte und Optiker:
Das staatliche Gesundheitswesen (auch ACC, wenn die Erkrankung unfallbedingt war) übernimmt nur die Kosten für die Wiederherstellung der Grundfunktionen. Alles andere muss man selbst bezahlen. Die privaten Versicherer bezahlen für beides nur einen jährlichen Pauschalbetrag, der aber natürlich für aufwendige Arbeiten keinesfalls ausreicht. Zahnärzte sind in Neuseeland noch bezahlbar, je nach Ort und Bekanntheitsgrad zwischen 150 und 300 NZ$ pro Besuch. Folgebesuche sind meistens billiger. Die Kosten für zahntechnische Arbeiten sind grob geschätzt ungefähr halb so hoch wie in Deutschland.

Alternative Behandlungsmethoden:
Homöopathie, Osteopathie und Akupunktur sind übrigens anerkannte Heilmethoden in Neuseeland und werden zum Teil sogar von den privaten Versicherern bezahlt.

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